GKV-FQWG Die große Reform

Vor rund 6 Monaten ist das Gesetz zur Weiterentwicklung der Finanzstruktur und der Qualität in der gesetzlichen Krankenversicherung (so heißt das Ding wirklich) in Kraft getreten. Die Abkürzung ist noch ein ticken besser, GKV-FQWG. Da stellt sich doch glatt die Frage in den Raum, warum bzw., wer denkt sich so tolle Namen aus. Echte Künstler halt, die auch den Namen tanzen können. Einfacher wäre es gewesen, dann hätten wahrscheinlich mehr gesetzliche Versicherungsnehmer es bemerkt, dass ganze als "Ich will mehr dein Geld" zu benennen. Im Grunde läuft darauf hinaus.
Anfangs hört sich es auch gut an. Der allgemeine Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung wird von 15,5 Prozent auf 14,6 Prozent abgesenkt. Die Hälfte, 7,3 Prozent trägt der Arbeitnehmer, die andere Hälfte trägt der Arbeitgeber. Hinzukommt der bisherige Sonderbeitrag von 0,9 Prozent, den Arbeitnehmer bislang allein zahlen, wird gestrichen. Und ein pauschalen Zusatzbeitrag, welcher individuell von einigen Krankenkassen erhoben werden konnte, wird gleich mit abgeschafft.


Yeah ha ! Soviel gutes auf einmal.....

Somit fing auch gleich das jammern der Vorstände von den gesetzlichen Krankenversicherungen an. Solche Worte wie Senkung, Streichung, Abschaffung sind auf den Vorstandsetagen der GKV nur bei Leistungen gewünscht, aber eben nicht bei Beitragszahlungen..... Aber die Rettung nahte.
Eine Reform, mit einem so klangvollen Namen GKV-FQWG, ist natürlich auf alles vorbereitet. Ein Schelm der sich dabei was denkt.

Also aus dem Einkommensunabhängigen Zusatzbeitrag als absoluter Betrag (die berühmten 8 € Kopfpauschale) wird der Einkommensabhängiger, prozentualer Zusatzbeitrag. Als Sozial ausgewogene Lösung wird das ganze präsentiert. Durch das Gesetz wird darüber hinaus Bürokratie abgebaut. Geringverdiener zahlen niedrigere Zusatzbeiträge als Besserverdiener. So sieht es der Gesetzgeber vor.
Es gibt auch gleich zwei Gewinner. Die Arbeitgeber, da die paritätische Finanzierung des Solidarsystem beendet wird und somit die Beitragssteigerungen nur noch vom Arbeitnehmer getragen werden. Als zweiter Gewinner, die GKV. Sehr Nett.
Und natürlich haben die Kassen gleich zum Start ein "kleinen Zusatzbeitrag" erhoben. Dank des Mangel an Interesse seitens der Medien und starke Marketing-Abteilungen innerhalb der GKV, hat so mancher Versicherte die Beitragsanpassung als Beitragsstabilität gesehen. Ist ja auch klar, wenn ein Schreiben der GKV kommt, aus dem auf der ersten Seite steht, gute Nachricht, Ihr Beitrag bleibt stabil. Erst auf den nachfolgenden, kleingedruckten, geht die eigentliche Mitteilung hervor. Zu spät um zu wechseln.

Beispielrechnung für ein Arbeitnehmer in Hamburg, Stand 30.06.2015: Die wenig Bekannte BKK ZF&Partner erhebt nur 0,5% Zusatzbeitrag dahingegen die BKK Family stolze 1,20%. Macht bei einem Bruttoeinkommen von 3.989 € (laut Statistik das durchschnittliche Bruttoeinkommen in 2012) rund 27,92 € Differenz im Monat.
Was war das damals für ein Aufstand, so um und bei im Jahr 1999/2000, als einige gesetzliche Kassen den Beitrag auf 11,9 % und mehr erhöhten. Wechselströme der Versicherten innerhalb der GKV. Heute im Jahr 2015 stehen wir bei 14,6% plus Zusatz (in der Spitze 1,2%) also rund 15,8 % Tendenz steigend. Und keiner regt sich wirklich auf. Um bei dem o.g. Beispiel zu bleiben, 11,9 % hin zu 15,8 % bedeutet ein Mehrbeitrag für den Arbeitnehmer (3,989 €) in Höhe von rund 100 € monatlich. Klasse Reform, zwei Gewinner, ein Verlierer.


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